
Es vergeht kaum ein Tag an dem ich nicht über irgendeine iPhone-Innovation berichten kann. An und für sich ist das eine wunderbare Sache, denn so geht mir der Stoff für Berichte so schnell nicht zur Neige, aber langsam fragt man sich, wann denn die Möglichkeiten rund um das kleine Smartphone von Apple ausgeschöpft sind. Was passiert dann? Geht die Welt unter? Ich weiß es nicht, aber ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ich den Tag, an dem es keine iPhone-News geben wird, nicht mehr miterleben werde. Kommen wir also zum eigentlichen Thema.
Informatiker an der Freien Universität Berlin haben eine iPhone-Fernsteuerung zu ihrem selbst konstruierten autonomen Fahrzeugs “Spirit of Berlin” entwickelt. Der Prototyp lässt sich fortan mithilfe der iPhone-Anwendung iDriver lenken. Der “Steuermann” überträgt seine Befehle über Funk an den Bordrechner im Heck des Fahrzeugs und von dort weiter an das Antriebssystem. Drei kompakte Elektromotoren für Lenkung, Bremse und Gaspedal führen die eingegebenen Befehle aus. Für gute Sichtverhältnisse sorgen Kameras, laserbasierte Abstandssensoren sowie GPS.
“Das Fernsteuerungssystem ist in seiner gegenwärtigen Form nicht direkt auf Serienfahrzeuge anwendbar. Auch muss etwa die Erkennung von Passanten und anderen Fahrzeugen noch stark verbessert werden. Die dafür notwendige Technologie ist in modernen Automobilen jedoch schon großteils vorhanden”
, sagt Raúl Rojas, Informatikprofessor und Projektleiter an der Freien Universität Berlin, gegenüber Pressetext.
Die zusätzlich nötigen Kompaktmotoren können über eine herkömmliche Autobatterie mit Strom versorgt werden. Außerdem ist in das Projekt Know-how aus der Fertigung behindertengerechter Fahrzeuge eingeflossen. Dort stellt die Steuerung von Fahrzeugen mittels Joystick bereits eine geübte Praxis dar.
Im Rahmen des ForMaT-Programms des Bundesforschungsministeriums untersuchen die Forscher auch, wie autonome Fahrzeuge unser Leben in Zukunft verändern könnten. “Die Zukunft gehört dem autonomen Automobil,” zeigen sich die Entwickler überzeugt. Autofahren sei zwar eine komplexe Tätigkeit, die zugrundeliegende Fernsteuerungstechnik liege in Form eines Prototyps aber schon vor. So könnten beispielsweise fahrerlose Taxis über das Mobiltelefon herbeigelotst werden.
“In zehn Jahren werden Fahrzeuge zugelassen sein, die allein mit elektronischer Hilfe die Spur halten können. Um eine verlässliche Technologie für den Einsatz von autonomen Fahrzeugen im dichten, städtischen Verkehr zu entwickeln, werden jedoch noch einige Jahrzehnte gebraucht”
, so Rojas.
Angesichts von Stehzeiten von durchschnittlich 90 Prozent wird es für die Mehrheit der Bevölkerung in Zukunft in wirtschaftlicher Hinsicht nicht sinnvoll sein, ein eigenes Fahrzeug zu halten. Im Hinblick auf die schnelle Motorisierung des Straßenverkehrs in China und Indien muss diese moderne Form des Carsharing auch als ökologisch sinnvolle Alternative angesehen werden. Somit hat man schlussendlich auch mal eine Applikation fürs iPhone geschaffen, die nicht nur den Spieltrieb des Menschen befriedigt, sondern auch noch gut für die Umwelt sein könnte. Fragt sich nur noch wann iDrive handelstauglich ist, doch da müssen wir uns wohl noch eine Weile in Geduld üben.
» Artikel tweeten!
» Translate to English
» Traducir al español
» Traduci in Italiano
» Traduire en français

(4.50 von 5)
(4.00 von 5)












Kommentare unserer Leser - Sei der Erste!